Leopoldstraßen-Fahrradweg-Schnellfahren

Eine neue Extremsportart ist entstanden! Sie vereint den körperlichen Trainingsaspekt des Radfahrens, bietet Reaktionstraining vergleichbar mit manchen Kampfsportarten, schult das taktische Geschick wie beim Schach und bietet dazu mitunter einen Kick, der bisher nur Bungee-Springern zu erleben gegönnt war.

Wie funktioniert dieser Sport?

kurz gefaßt geht es darum, möglichst schnell mit dem Fahrrad auf dem Fahrradweg von der Münchner Freiheit bis zum Odeonsplatz zu gelangen.

Gute Zeiten liegen dabei im Bereich von 05:30 min, aber auch Werte von bis zu 07:00 min können sich noch sehen lassen.

Der Startpunkt
Start - Münchner Freiheit, am Aufzugshäuschen
 Ziel
Ziel - Treppe der Feldherrnhalle am Odeonsplatz

Was sind die Trainingsziele und wie werden sie erreicht?

Muskeltraining findet wie bei den meisten Formen des Radfahrens vor allem am großen Streckmuskel und der Kniesehne der Oberschenkel statt.
Das Reaktionstraining entsteht durch die zahlreichen sich völlig chaotisch und mit unterschiedlichsten Geschwindigkeiten bewegenden Hindernisse verschiedener Grössen. Ändert ein gerade noch friedlich auf dem Fußgängerweg laufender Mensch auf einmal seine Richtung um 90° und steht eine Sekunde später mitten auf dem Radweg? Entschließt sich ein Autofahrer kurfristig ohne Zeit und Lust zu haben, seinen Blinker zu setzen, den Radweg zu überqueren? Wird an einem parkenden Auto zwei Meter vor einem eine Tür aufgestossen? Oder kommt ein Kamikaze-Rollschuhfahrer völlig unkontrolliert um die nächste Ecke? Der Übergang ist hier fliessend zum Training der Taktik, schließlich ist es nicht zuletzt wegen der zu erzielenden möglichst kurzen Fahrzeit auf der Trainingsstrecke sinnvoll, Zusammenstöße zu vermeiden, also stets neue taktische Routen festzulegen, die wahrscheinliche Kollisionen abwenden ohne dadurch neue Gefahrensituationen entstehen zu lassen. Eine Voraussetzung für alles ist die Beobachtungsgabe denn nur ein stets wacher umherschweifender Blick ermöglicht dem Sportler das Erfassen der aktuellen Situationen und die letztendlich zum Siege führenden Reaktionen darauf.


geht gleich die Türe auf? oder fährt er noch weiter vor?


Gegenverkehr - und der Gemüsehändler mit seinem Sackkarren kann auch nicht weit sein

Die Regeln

§1   Die Strecke befindet sich in München, Startpunkt ist die südliche Ecke der Kreuzung Herzogstraße/Leopoldstraße an der Münchner Freiheit, Endpunkt ist die Treppe der Feldherrenhalle am Odeonsplatz.
Die Gegenrichtung ist zwar theoretisch auch möglich, ist aber erfahrungsgemäß tagsüber etwas ruhiger. Den Startpunkt weiter nach Norden zu verschieben hätte den Nachteil, daß der Sportler hier schon unnötig Kraft verliert, während die meisten Trainings-Ziele nördlich der Münchner Freiheit nicht optimal erreicht werden können. Eine südliche Verlängerung bis zum Marienplatz oder gar zum Sendlinger Tor ist wegen zweier Fußgängerzonen bzw. Einbahnstraßen leider nicht sinnvoll.
 
§2 Als Verkehrsmittel verwendet werden dürfen ausschließlich zweirädrige Fahrräder ohne Hilfsmotor oder Anhänger.
Motorfahrzeuge genauso wie die immer häufiger anzutreffenden Rollschuhfahrer haben auf Radwegen nichts verloren, für schnelle Fahrten mit Anhänger ist der Weg an manchen Stellen zu eng.
 
§3 Die Fahrt darf nicht auf den Fahrstreifen des Autoverkehrs stattfinden, ausgenommen die Strecke zwischen Wittelsbacher Platz und Odeonsplatz
Auf der Autofahrbahn ginge es für den Radfahrer natürlich deutlich schneller und dabei auch sicherer voran, aber das ist nicht nur verboten, sondern es kostet einen vielmehr das Reaktionstraining, die Übung im taktischen Verhalten und im Schnitt dürfte die Chance auf einen guten Kick deutlich abnehmen. Also: Fahrbahn ist tabu.
 
§4 Sinnvolle Trainingszeiten sind täglich zwischen 12:00 und 19:00, vorzugsweise bei schönem Wetter
Ohne ausreichendes Verkehrsaufkommen werden die Ziele des Sports verfehlt. Schlechtes Wetter ist grundsätzlich kein Trainingshindernis, verschiebt aber den Schwerpunkt weg vom Muskeltraining hin zu extremer Beanspruchung des Beobachtungs- und Reaktionsvermögens. Ob Werktag oder nicht spielt erfahrungsgemäß hier kaum eine Rolle.
 
§5 beliebige Eigenschutzmaßnahmen am Körper sind gestattet, sofern sie nicht anderen Regeln des Sports zuwider laufen
Dieser Sport ist gefährlich, ohne Frage. Daher sind alle Arten des Eigenschutzes gestattet, wie z.B. Fahrradhelm, Ellenbogenschoner. Nicht gestattet ist es natürlich, das Fahrrad zu einem Kabinenfahrzeug o.ä. umzurüsten.
 
§6 Fremdschutz ist Ehrensache! Gefährdungen von der Straßenverkehrsordnung konform agierender Menschen werden mit sofortiger Disqualifikation geahndet.
Auch wenn der Kick des Sports im Wesentlichen aus den Gefahren besteht, die durch die ständigen und auf dieser Strecke extrem häufigen Übertretungen der Verkehrsregeln durch andere entstehen, so sollte der Sportler hier nicht anderen Menschen, welche die Verkehrsregeln respektierend selbst keine Gefahr für den Sportler darstellen, unfreiwillig ähnliche Genüsse zu Teil werden lassen.

Illustration


genau in dem Moment, in dem man das Hindernis umfahren möchte, taucht Gegenverkehr auf

vor uns das Siegestor - aber besser Blick auf den Radweg, denn die weissen Lichter am Auto hinten verheissen nichts Gutes

südlicher Teil - hier ist es zwar deutlich übersichtlicher als nördlich des Siegestors, aber ein zugeparkter Gehweg kann sich trotzdem sehr unangenehm auf das Fortkommen auf dem Fahrradweg auswirken

in der Ferne sieht man schon das Ziel - die Feldherrenhalle

neben den U-Bahn-Eingängen wird's richtig eng. Unangenehm, wenn genau hier ein langsamer Radler vor einem fährt

der Wittelsbacherplatz - ab hier darf auf der Straße gefahren werden


Links für Fahrrad-Extremsportler



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